"Romeo und Julia unplugged"
Ein Theaterstück der Gesamtschule Kirchdorf auf Kampnagel im Rahmen des "Tusch"-Projekts

Auf Kampnagel brachten Schülerinnen und Schüler
des 12. Jahrgangs der Gesamtschule Kirchdorf am 10.-13. Juni ihre zweite
Inszenierung auf die Bühne. Nachdem die erste Aufführung "Young writers -
ich schreib mich selbst" vor einem Jahr so erfolgreich war, machten sie
sich nun im Rahmen von "Theater und Schule" mit dem Autorenduo
Feridun Zaimoglu und Günter Senkel unter der Regie von Julius Jensen an eine
Aktualisierung von Shakespeares "Romeo und Julia".
Die ewig gültige Geschichte von Liebe,
Hass und Tod verlegen Zaimoglu / Senkel nachWilhelmsburg in das Milieu der
Schauspieler. Auch die Sprache passen sie den meist ausMigrantenfamilien
stammenden Jugendlichen an. Dass diese ihre Texte überwiegend selbst
geschrieben haben, macht sie nur noch authentischer. Wenn Romeo zu Julia sagt:
"Ich meine es total ernst mit dir", spürt man, dass er nicht nur eine
klassische Rolle gelernt hat, sondern einen Teil seiner eigenen
Lebenswirklichkeit zum Ausdruck bringt.

Die Geschichte der beiden Liebenden ist
die Geschichte vieler Menschen, mögen sie nun in Verona oder Wilhelmsburg
wohnen.
Die Geschichte handelt auch von der Angst einer
Mutter, die ihren einzigen Sohn in Gefahr sieht und einem Leben ohne ihn nicht
mehr gewachsen ist, und es geht um familiäre Zwänge, die das einzelne
Familienmitglied den Familienstrategien unterordnet. Julia soll von ihrem Vater
zwangsverheiratet werden, damit nach dem Tod des Neffen die Familie
weiterbestehen und neu wachsen kann.
Es geht aber auch um Rebellion gegen
diese Fremdbestimmung und um das Recht der jungen Generation, ihren eigenen
Lebensweg zu finden. Vor allem aber geht es darin um Glück, das Romeo und Julia
in den Momenten, in denen sie alleine sind, ganz tief empfinden.

Am Ende aber steht die Verzweiflung,
dass es in diesem angespannten, hasserfüllten Klima nicht möglich war, ein
privates Glück zu leben. Zwei Menschen, die sich mit ihrer Liebe über Tradition
und niedrige Gefühle hinwegsetzten, waren nicht stark genug, die Verhältnisse
zu verändern. Deshalb scheitern sie, irgendwie.
Allgemeines
zum Projekt: Die GSK ist TUSCH-Schule !
Wird jetzt im Unterricht immer mit bunten Wasserfarben
aus dem Tuschkasten gemalt? Oder beginnt jede Unterrichtsstunde mit einem
musikalischen Tusch? Nein, das ist
nicht gemeint.
Tusch ist eine Abkürzung
und bedeutet
Theater und
Schule!
Auf der Suche nach neuen
Zugängen für Jugendliche zum Theater gehen die Behörde für Schule und
Berufsbildung und die Körber-Stiftung seit einigen Jahren neue Wege. In
zweijährigen Partnerschaften erarbeiten Theatermacher gemeinsam mit
Schülerinnen und Schülern Projekte rund ums Theater und gestalten Aufführungen,
Ausstellungen….
Partner der GSK ist
Kunstwerk e.V., Jugendtheater aus Altona. Unter der Leitung von Eva-Maria
Stüting und Julius Jensen (ehemaliger GSK-Schüler) soll in den kommenden
Monaten ein Theater-Schreib-Spiel-Projekt
mit Schülern aus dem Kurs Darstellendes Spiel im Jahrgang 11 entstehen.
Das Casting hat begonnen. 2009 wird das Ergebnis auf Kampnagel zu sehen sein.
Das Besondere dabei: Der
Schriftsteller Feridun Zaimoglu (44) wird mit den Schülern Szenen erarbeiten.
Zaimoglu ist einer der bekanntesten deutschsprachigen Schriftsteller mit
türkischen Wurzeln. Der breiten Öffentlichkeit wurde er durch seinen Roman
„Leyla“ bekannt. 2008 wurde sein Roman „Liebesbrand“, in dem er. einen selbst
erlebten Busunfall in der Türkei literarisch verarbeitet, für den Preis der
Leipziger Buchmesse nominiert, der am 13. März 2008 auf der Leipziger Buchmesse
verliehen wurde.
TUSCH bietet unseren
Schülern die Chance, mit Menschen, die echte Profis im Bereich Theater und
Literatur sind, zusammenzuarbeiten, von ihnen zu lernen und so ihren Horizont
zu erweitern.
Wer wissen möchte, ob
dabei auch etwas herauskommt, was sich in Schulzeugnissen niederschlägt, kann
ganz beruhigt sein: Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeiten ihre
„Selbstgestellte Aufgabe“ im Rahmen dieses Projekts zu bewältigen....
Darüber und über weitere
Einzelheiten von TUSCH demnächst mehr….
K. Claußen-Hortig,
Abteilungsleiterin Sekundarstufe II
Die
Vorgeschichte:
“Tusch“-Streiflicht
Mai 2009 der GSK
Tusch-Partner: Kunstwerk e. V.
Aufführungsort: Kampnagel im K1 von 12.-14.6.2009
jeweils um 19.30 Uhr
Karten: Erw. 12€ und Kinder bis einschl. 16 J. 5€
und ab 17 J. 8€
Kurs/Fachlehrer: DSP Klasse 11 von Harri Schümann
n
Im Rahmen
des „Young Star Fests“ auf Kampnagel
werden unter dem Motto: „Young Writers – Ich schreib mich selbst“ drei
Inszenierungen als eine szenische Collage an drei Abenden jetzt im Juni 2009 (12.-14.6.2009)
präsentiert.
n
Es sind
drei sehr authentische Theaterstücke aus der eigeneren Feder der 12
Schüler/innen dabei entstanden:
1.
Aus der
Jugendgang eines Ghettos wird die Freundin eines Gangmitgliedes von dem Chef
missbraucht. Das Mitglied verpfeift daraufhin seinen Chef bei der Polizei….
2.
Ein
türkischer Sohn soll von seinen Eltern zwangsverheiratet werden mit einer
Cousine, die er nicht liebt, da er nur Augen für ein anderes Mädchen hat. Die
spätere Einsicht der Eltern und die Konflikte spitzen sich zu……
3.
Ein
alleinerzeihender und strenger türkischer Vater hat Probleme bei der eigenen
Integration und der Erziehung seiner sehr westlich eingestellten Tochter, die
wie alle Teenies nur einfach geschminkt, schön angezogen und verliebt sein
will……
n
Zaimoglu und
Senkel sind begeistert von der hochmotivierten und super vorbereiteten Gruppe.
n
Die
Schüler/innen hatten am 8.5.2009 ihre ersten schauspielerischen Proben. Die
gesamten Themen, deren eigene Sprache, Gestik, Mimik und Spielfreude war so
authentisch und lebhaft, dass alle Beobachter einfach nur hin und weg vor
Begeisterung waren.
Die Jugendgang aus dem Ghetto:

Die Gruppe der Tochter eines allein
erziehenden türkischen Vaters:

Die Eltern mit dem Sohn, der
zwangsverheiratet werden soll:

Die Beobachter (von links nach rechts):
Studentin, Feridum Zaimoglu, Eva-Maria
Stüting, Julius Jensen, Günther Senkel und Frau Papies (Tusch):

“Tusch“-Streiflicht
Januar/Februar 2009 der GSK
Tusch-Partner:
Kunstwerk e. V.
Proben- und Aufführungsort:
Kampnagel
Kurs/Fachlehrer:
DSP Klasse 11 von Harri Schümann
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Im
November fanden das Casting und die Gruppenfindung statt. Seit Mitte November
arbeiten die 12 Darsteller mit dem Regisseur Julius Jensen an den Themen und
der Textfindung.
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Eva-Maria
Stüting ist als Geschäftsführerin der Kunstwerk e. V. unsere Ansprechpartnerin
und Produzentin des Projekts.
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Seit Januar 2009 arbeitet Feridun Zaimoglu, sein
Co-Autor Günther Senkel und der Regisseur Julius Jensen auf Kampnagel mit den
Jugendlichen an den Stücken. Die Arbeit beschränkte sich zunächst auf die
inhaltliche Zusammenführung der unterschiedlichen Themen der einzelnen
Jugendlichen und auf die Ausgestaltung der Geschichten. Inzwischen arbeiten die
drei Gruppen an der Ausformulierung der Szenen und Dialoge.
n
Zaimoglu
und Senkel sind begeistert von der hochmotivierten und super vorbereiteten
Gruppe. Sie geben den Schülerinnen und Schülern Hilfe und Unterstützung bei der inhaltlichen, szenischen und
weiterführenden Arbeit.
n
Im Rahmen
des „YoungStar Fests“ auf Kampnagel
werden drei Inszenierungen als eine szenische Collage an vier Abenden im Juni
2009 (11.-14.6.2009) präsentiert.
n
Es erfolgt
eine Dokumentation unseres TuSch-Projekts (visuell und textlich), durch eine
Gruppe von Studenten der Erziehungswissenschaften aus dem Seminar „Performance
Studies“. Dieses Seminar beschäftigt sich mit Kulturdokumentation für die
Theaterpädagogik und Lehrerfortbildung und wird geleitet von
n
Frau
Winterhalter (eine Studentin des Seminars) ist als Regieassistenz dem Regisseur
Julius Jensen zugeordnet.
n
Seit Februar wird unser Projekt nun auch
journalistisch von „Hinz und Kunzt“ und der Kulturredaktion des NDR „Hamburg
Journals“ begleitet.
Günther Senkel, Studentin, Julius Jensen
und Feridun Zaimoglu:

Julius Jensen und Feridun Zaimoglu:

Günther Senkel:

Feridun Zaimoglu mit Schülern bei der
Gruppenarbeit:

Julius Jensen und Günther Senkel mit
Schülern bei der Gruppenarbeit:

Schüler/innen bei der Gruppenarbeit:



Frau Winterhalter (Rot) mit
Schüler/innen bei der Gruppenarbeit:

Journalist der Zeitung „Hinz und Kunzt“:
