Großer Auftritt am 20.5.2011

„RESET“: Musical-Aufführung der Stadtteilschule Kirchdorf

 

Am Freitag, den 20.5.2011 führte unser Jahrgang 8 das Musical „RESET“ auf. Zwei Vorstellungen fanden an diesem Nachmittag statt: 15.00 Uhr im Bürgerhaus Wilhelmsburg und 17.00 Uhr in der Aula der Schule Prassekstraße.

König der Löwen, Tarzan, Sister Act – jeder hat schon von diesen weltbekannten Musicals, die so erfolgreich nördlich der Elbe laufen, gehört und vielleicht auch eines gesehen. Doch am 20. Mai gab es ernsthafte Konkurrenz auf der Elbinsel Wilhelmsburg. An diesem Tag nämlich führte der komplette Jahrgang 8 unserer Schule das Musical „Reset“ auf – zwar vor einem kleineren Publikum als die Profis im Hamburg, aber mindestens genauso erfolgreich.

150 Schüler proben eine Woche lang ein Musical und führen es dann zum Schluss auf – wie kann das gehen? Das Konzept stammt von der Stahlberg-Stiftung, die es sich mit ihrem Projekt „Music@School“ zum Ziel gesetzt hat, junge Menschen im Bereich Kultur und Musik zu fördern und zu unterstützen. Die Stiftung arbeitet jeweils eine Woche lang mit einer Schule zusammen und stellt dabei professionelle Trainer und Lehrer zur Verfügung, die mit den Schülern eines Jahrgangs auf das große Ziel hinarbeiten: die Aufführung eines Musicals. Unser Jahrgang 8 bewarb sich bei der Stiftung und hatte Glück. Vom 16. bis zum 20. Mai hieß es: kein Deutsch- oder Mathematikunterricht, keine Tests oder Klassenarbeiten, sondern Tanzen und Singen war angesagt.

Worum geht es in dem Musical? Eine Mädchengruppe (die „Girlies“) probt kleine Theaterszenen und Tanzschritte, aber dann müssen sie sich einen neuen Raum suchen, weil eine Jungengruppe (die „Computerfreaks“) den Raum für einen PC-Spielwettkampf gebucht hat, dessen Sieger den Raum eine Woche lang nutzen darf. Doch dazu kommt es gar nicht mehr, weil die Gruppe der „Viren“ sie in eine virtuelle Zwischenwelt lockt. Das ruft die „Antiviren“ auf den Plan, die schließlich die „Viren“ besiegen und im grandiosen Finale „Girlies“ und „Computerfreaks“ befreien. Wie bei vielen Musicals ist die Handlung eigentlich nicht sehr wichtig, sondern die eingängigen Songs und die tolle Choreographie bestimmen den Takt.

Zu Beginn wurde der Jahrgang in zwei Gruppen geteilt, sodass jeweils 70 -75 Schüler ein Team bildeten, die sich dann entsprechend der Storyline des Musicals wieder in 4 Untergruppen teilten. Der Trainingsplan war klar und einfach: jeden Tag von 8 – 11.30 Training und Proben in Gruppen, danach eine Stunde alle gemeinsam. Jede Gruppe hatte täglich je eine Stunde Unterricht in den Bereichen Tanz, Gesang, Schauspiel und Musical Repertoire, jeweils bei einem professionellen Trainer. Überhaupt die Trainer: durchweg junge und engagierte Profis aus dem Musik- und Theaterbereich, die trotz hoher Ansprüche schnell die Herzen der Schüler gewannen und immer die richtige Ansprache fanden. Ein klares Wort war auch immer mal nötig, denn von den Schülern wurde einiges verlangt und so manchen verließ zwischenzeitlich der Mut. Tanzschritte und Bewegungsabfolgen mussten einstudiert werden, Texte auswendig gelernt und mit der richtigen Atemtechnik laut gesprochen oder gesungen werden und jeder Schritt und jedes Wort musste genau mit den anderen Teammitgliedern abgestimmt werden. Es gab keine Hauptdarsteller, jeder hatte eine kleine Rolle und somit einen Beitrag zum Gelingen zu leisten und allen wurde nach und nach klar, dass der Erfolg nur durch Kooperation und Teamgeist zu schaffen sein würde. Starallüren waren nicht gefragt, das Team war der Star. Von Tag zu Tag konnten wir als begleitende Lehrer die Fortschritte erkennen, aber auch die Spannung stieg mit jeder Trainingsstunde, denn der Zeitdruck war enorm.

Am Freitagvormittag war es soweit: jeweils in der Aula Prassekstraße und im Bürgerhaus fand unter tatkräftiger Mithilfe der Trainer die Generalprobe statt und jeder Schüler erhielt ein schickes T-Shirt in der Farbe seines Teams. Das Lampenfieber stieg, im Bürgerhaus sicherlich noch verstärkt durch die professionelle Bühnentechnik mit Richtmikrofonen und Scheinwerfern. Dier Aufführungen selbst wurden ein voller Erfolg. Den Eltern und Schülern im Zuschauerraum bot sich ein unglaublich dynamisches und farbenfrohes Spektakel, mit hitverdächtigen Songs, humorvollen Texten und tollen Tanzeinlagen. Die Schüler genossen den Applaus und als zum Schluss auf der Leinwand noch Bilder von den Proben gezeigt wurden, wollte der Beifall nicht enden und besonders die Trainer wurden frenetisch gefeiert. Zu Recht, denn sie hatten es geschafft, innerhalb einer knappen Woche eine wilde und bunt zusammengewürfelte Truppe zu einem echten Team zu formen.

Und was hat die Woche den Schülern gebracht? Viele waren vorher skeptisch gewesen, manche auch ängstlich. Zum Schluss waren fast alle begeistert und bedauerten, dass die Projektwoche schon vorbei war. So mancher entdeckte bei sich verborgene Talente als Tänzer, Sänger oder Schauspieler und alle haben erfahren, dass man in einem starken Team und mit Selbstdisziplin Grenzen überwinden und großartige Ziele erreichen kann. Wer heute über den Flur des Jahrgangs 8 der Nelson-Mandela-Schule geht, der hört vielleicht ein paar Schüler in der Gruppe oder allein einen der Ohrwürmer aus dem Musical singen: „Cross the line“ heißt dieser Song und das heißt so viel wie „Geh‘ einen Schritt weiter“ oder „Überwinde deinen Schweinehund“. Genau das haben viele unserer Schüler in der Projektwoche getan.

Walter Matern, Tutor im Jg. 8

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