Erste Erfahrungen mit der Berufswelt vom 1. bis 18. 2. 2011

Betriebspraktikum im Jahrgang 8

 

Was genau macht eigentlich eine Arzthelferin? Wer sorgt im Supermarkt für das Auffüllen der Regale? Ist ein Job im Büro anstrengend? Wie ist das eigentlich, wenn man jeden Morgen um 5.30 Uhr aufstehen und zur Arbeit gehen muss?

Diese und viele andere Fragen stellten sich die Schüler und Schülerinnen des Jahrgangs 8, als für sie am Dienstag nach der Zeugnisausgabe das dreiwöchige Betriebspraktikum begann.

In den Monaten zuvor hatten sich die Schüler selbständig einen Betrieb für das Praktikum gesucht. Im Fach Berufsorientierung, das an unserer Schule im Jahrgang 8 mit zwei Wochenstunden unterrichtet wird, waren die Schüler auf die ersten Erfahrungen mit der Berufswelt vorbereitet worden.

Trotzdem war die Aufregung am ersten Tag natürlich groß, aber wie die meisten Schüler beim Praktikumstreffen in der Schule berichteten, wurden sie alle freundlich in Empfang genommen und viele fühlten sich schnell als richtige „Kollegen“, sei es als Kfz-Mechaniker in der Autowerkstatt, als Verkäuferin im Backshop, als Angestellte im Rechtsanwaltsbüro oder als Frisör im Herrensalon.

Natürlich ist auch mal jemand unzufrieden, weil man als Praktikant doch nicht alle die Tätigkeiten ausführen kann, die die gelernten Kollegen machen, und man nur zuschauen darf. Aber meistens findet sich dann doch eine Lösung.

In der zweiten Praktikumswoche besuchen die Betreuungslehrer, normalerweise die Tutoren, die Schüler an ihrem Arbeitsplatz. Auch ich machte mich wieder auf den Weg – vom Kinderarzt zum Steuerberater, vom Bäcker zum Sportfachgeschäft, vom Tierarzt zum Gebäudereiniger – und im Gespräch mit den Ausbildern und Betreuern erhielt ich fast nur positive Rückmeldungen über unsere Schüler. Gut, es gab auch mal eine Klage, aber die meisten Betriebe waren angenehm überrascht vom freundlichen und interessierten Auftreten unserer Schüler, von Pünktlichkeit, Fleiß und Zuverlässigkeit. Da freut man sich als leidgeprüfter Tutor einer 8. Klasse dann doch gewaltig, besonders wenn ein Betrieb einen Praktikanten am liebsten auf der Stelle als Azubi verpflichten würde.

Und die Schüler? Während einige im nächsten Praktikum "etwas ganz anderes" ausprobieren wollen, überlegen andere, ihr Interesse und ihre Eignung für einen bestimmten Berufsbereich im zweiten Praktikum noch einmal zu überprüfen.

Die meisten meiner Schüler aber haben gelernt, dass Arbeit kein Zuckerschlecken ist und nicht umsonst sind viele froh, dass sie wieder Unterricht haben. Außerdem ist vielen klar geworden, dass der Schlüssel für ein erfolgreiches Berufsleben schon in der Schule liegt – mit anderen Worten: ein gutes Schulzeugnis kann den Weg zu einem guten Job ebnen.

Wie geht es weiter mit der Berufsorientierung?
Die Stadtteilschule Kirchdorf begleitet und berät ihre Schüler und Schülerinnen durchgehend und umfassend auf dem Weg von der Schule ins Berufsleben: Im Jahrgang 9 steht außer dem zweiten Praktikum der mittlerweile schon traditionelle Berufsinformationstag auf dem Programm und seit zwei Jahren bietet unsere Schule den eher praxisorientierten Schülern der Jahrgänge 9 und 10 die sogenannten "P-Klassen" an. Im Jahrgang 10 werden unsere Schüler in enger Zusammenarbeit mit Berufsberatern und verschiedenen Einrichtungen im Stadtteil auf den Übergang ins Berufsleben vorbereitet.

W. Matern

Zur Startseite

 


Zur Startseite